Ich habe gemerkt, dass da schon länger etwas nicht mehr stimmte. Während ich noch gearbeitet habe, war da dieser leise Widerstand in mir. Nichts Lautes, nichts Dramatisches – eher ein Gefühl, das sich immer wieder gemeldet hat. Als würde ein Teil von mir sagen: „So geht es gerade nicht weiter.“
Ich mag meine Arbeit. Aber Vollzeit, zu Hause drei Kinder und so viel Verantwortung zu haben, hat an meinen Kräften gezerrt.
Und trotzdem habe ich funktioniert.
Die letzten zwei Jahre waren geprägt von Schmerzen in meiner Schulter. Immer da, mal stärker, mal leiser – aber nie wirklich weg. Die Operation war notwendig. Kein schneller Entschluss, sondern eher das Ergebnis eines langen Aushaltens.
Trotz der Angst vor der OP, war da aber auch etwas anderes: die Vorfreude auf die Auszeit. Fast wie ein inneres Aufatmen, noch bevor ich überhaupt zur Ruhe kommen konnte. Ich habe mich darauf gefreut, einfach mal nichts zu müssen. Kein Druck, kein ständiges Reagieren, kein schlechtes Gewissen, wenn ich mir Zeit für mich nehme.
Jetzt, in dieser Zeit, merke ich, wie ungewohnt sich Ruhe anfühlt. Und wie gut.
Früher hätte ich mir diese Pause wahrscheinlich nicht erlaubt. Oder sie zumindest nicht wirklich genießen können. Aber gerade lerne ich, dass es okay ist, einfach bei mir zu sein. Ohne Rechtfertigung. Ohne Ziel.
Bald muss ich wieder zur Arbeit. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich wirklich bereit dafür bin.
Das Nichtstun fühlt sich einfach zu gut an. Oder vielleicht ist es gar nicht das Nichtstun, sondern dieser Fokus auf mich selbst, den ich gerade gefunden habe. Ich habe ein bisschen Angst, diesen Flow wieder zu verlieren.
Gleichzeitig bin ich gespannt auf meinen ersten Tag. Wahrscheinlich wird es gar nicht so schlimm. Wahrscheinlich tut es mir sogar gut, wieder mehr Struktur und Ordnung in meinem Alltag zu haben.
Und alles andere wird sich finden.

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