Zwischenpausen

Mein Leben, mein Tempo und manchmal gar keins: Zwischen Kindern, Alltag und mir selbst

Die Waage hält sich

Balance scale floating on alpine lake with rocks in its pans

Glaubst du an Karma?

Kennt ihr diese Momente im Leben, in denen sich alles nur ungerecht anfühlt und ihr euch fragt, warum manche Menschen mit ihrer Boshaftigkeit, jeder Lüge und jedem rücksichtslosen Verhalten durchkommen? Warum es keiner außer euch sieht? Warum es sich anfühlt, als wärt ihr in einem falschen Film?

Ich kenne diese Gefühle nur zu gut. Dieses Gefühl, im falschen Film zu sein. Eine Hilflosigkeit erfasst mich dann.

Zwei Gedanken erden mich in solchen Augenblicken: Es ist nicht dein Spielfeld, also nimm deine Figuren herunter.

Und ich muss an einen sehr guten Freund denken, der Pfarrer ist. Er meinte einmal zu mir: Gottes Schwert schneidet langsam, aber scharf.

Ich bin kein religiöser Mensch. Oberflächlich gesehen. Aber das tiefe Bewusstsein, der Glaube an etwas Höheres, gibt mir in solchen Momenten unheimlich viel Kraft.

Das Schicksal schläft nicht. Es ist aber auch keine Maschine, die sofort reagiert. Manchmal vergeht eine Ewigkeit – Monate, Jahre, Jahrzehnte – und es passiert nichts. Aber jedes Handeln, jedes böse Wort oder auch jede gute Tat, jedes liebe Wort hinterlässt Spuren.

Es würde unheimlich viel Energie rauben, auf Vergeltung oder Rache zu warten. Wie ein altes Sprichwort sagt: „Wütend auf jemanden zu sein, ist wie Gift zu trinken und darauf zu warten, dass der andere stirbt.“

Wir dürfen darauf vertrauen, dass das Leben am Ende ganz von allein für Gerechtigkeit sorgt und alles genau dorthin zurückbringt, wo es hingehört. Oder, religiöser ausgedrückt: Gott richtet.

Dieser Gedanke erdet mich. Es bringt mir Ruhe und schenkt mir den Frieden, Dinge loszulassen, die ich ohnehin nicht ändern kann.

Ich muss nicht jedes Unrecht selbst ausgleichen.

Ich muss nicht jede Lüge entlarven.

Ich muss nicht auf jede Bosheit reagieren.

Es reicht, einen Schritt zurückzutreten, die eigenen Figuren vom Spielfeld zu nehmen und darauf zu vertrauen, dass sich die Waage hält.

Karma eben.

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